
Rhodter Heimatbrief 2009
Seite 2+3 (pdf)
Seite 1+4 (pdf)
Rhodter Heimatbrief 2008
Rhodter Heimatbrief 2007
Rhodter Heimatbrief 2006
mit diesem traditionellen Heimatbrief – dem zweiten in meiner Amtszeit -, möchte ich Ihnen wieder über alles Wesentliche im Ortsgeschehen des vergangenen Jahres berichten.
Zunächst möchte ich schon an dieser Stelle darauf hinweisen, dass die Vorbereitungen zu unserem 55. Heimat- und Blütenfest an Pfingsten in ihre letzte Phase gehen. Ein ausführliches Programm mit reichhaltigem „Magenfahrplan“ und Anzeigen der mitwirkenden Gaststätten, Hotels, Vereinen, Weingütern und Veranstaltern liegt diesem Brief bei.
Sie sind herzlich eingeladen, uns an Pfingsten – vielleicht schon zum Fassanstich – zu besuchen, wir freuen uns auf Sie.
Mit Stolz darf ich verkünden, dass wir uns im vergangenen Jahr über den Zuzug von 58 Personen freuen konnten, sodass wir nach der neuesten Gemeindestatistik per 30.04.2006 genau 1190 Einwohner zählen. Alle Neubürger wurden bei unserem diesjährigen Neujahrsempfang, den Beigeordneten Barbara Krapp und Herbert Heußler und von mir, persönlich begrüßt und willkommen geheißen. Aus der Hand unserer Weinprinzessin Marion I. bekamen sie alle eine Flasche Wein überreicht. Viele von ihnen haben Ihren Traum vom eigenen Heim in unserem Baugebiet „Wiesenstraße“ verwirklicht. An der mittlerweile regen Bautätigkeit ist unschwer zu erkennen, dass die Entwicklung des Gebietes ernorme Fortschritte macht.
Das vormals unscheinbare, in Sandstein gebaute ehemalige FLAK-Haus, vielen von Ihnen auch als Haus der Familie Weiss bekannt, hat neue Besitzer gefunden, die das Haus in beispielhafter Weise modernisiert haben und es sozusagen aus seinem Dornröschenschlaf erweckten. Gratulation an die ebenfalls neu hinzugezogene Familie Roos, denn Sie haben mit Ihren Umbaumaßnahmen einen wesentlichen Beitrag zur Attraktivität des Baugebietes geleistet.
Wie bereits erwähnt, ist damit zu rechnen, dass die Bebauung des Baugebiets Wiesenstraße in Kürze ihren Abschluss finden wird. Darum ist es zur Erhaltung der dörflichen Infrastruktur, z. B. Schule, Kindergarten, Verkehrsanbindung, wichtig, durch Schaffung neuer Baugebiete und Schließung von Baulücken, sowohl den Wegzug bauwilliger junger Bürgern zu verhindern, als auch neuen Bürgern ein attraktives Angebot in unserer Gemeinde zu ermöglichen. Die dazu erforderlichen Flächen dürfen in unserem Fall nicht nur in der Gemarkung, sozusagen "auf der grünen Wiese", gesucht werden, sondern müssen durch fachmännische Entwicklungsplanung möglichst innerhalb der gemeindlichen Bebauung ermittelt werden, damit auch die historische Ortsstruktur weitgehend erhalten bleibt. Unter dieser Prämisse können wir nach groben Vorüberlegungen in naher Zukunft ca. 16 -20 neue Bauplätze ausweisen. Hierzu arbeiten wir mit einem neuen Planungsbüro.
Im Letzten Jahr habe ich an dieser Stelle den Bau einer Ver- und Entsorgungsleitung zu unserer 800-jährigen Rietburg als die größte Ausgabe im Jahr 2005 angekündigt. Die Kosten sollten sich in einer Höhe von 150.000.-- € bewegen. Bemerkenswert in der heutigen Zeit ist, dass sich die Kosten in dem geplanten Rahmen bewegten und somit keine Nachfinanzierung erforderlich wurde.
Allerdings musste die mittlerweile gealterte Heizungsanlage zusätzlich erneuert werden.
Manchmal fragt man sich, ob für die Rietburg nicht ein zu großer Aufwand betrieben wird. Dem gegenüber muss man festhalten, dass es sich bei dem Objekt Rietburg nicht um irgendein altes Gemäuer handelt, sondern:
Angesichts dieser vorzeigbaren positiven Eigenschaften unserer Rietburg, sind die getätigten Investitionen nach meiner Auffassung und der des Ortsgemeinderates durchaus gerechtfertigt.
Ich möchte Ihnen von einer weiteren Investition berichten, weil sie für unsere kleinsten Kinder unter großer dankenswerter Mithilfe vieler Bürger, Eltern und Gönner des Kindergartens durchgeführt wurde.
Getragen von der Erfahrung, dass Kinder, welche die Natur spielerisch erleben, in der Lage sind, ein tiefes gefestigtes Gefühl für unsere Umwelt aufzubauen, um sich somit auch später für deren Erhaltung einsetzen zu können, wurde die Außenanlage des Kindergartens in ein naturnahes Spielgelände verwandelt. Dank des unermüdlichen Arbeitseinsatzes der freiwilligen Helfer, die neben den beauftragten Fachfirmen, noch 1.052 Stunden zusätzlich aufwendeten, wurde eine erhebliche Finanzierungslücke geschlossen, und somit die Sanierung in vollen Umfang ermöglicht. Alle Helfer haben gezeigt, dass unser Dasein als Einwohner von Rhodt und auch als Staatsbürger nicht nur darin besteht, etwas zu empfangen, sondern auch darin, etwas zu geben. Solche Menschen nennt man die „Ehrenamtlichen“ oder auch die „Freiwilligen Helfer“ und sie werden gebraucht - gestern, heute und morgen.
Für große Aufmerksamkeit in der Presse und ein wenig Aufregung der Anlieger sorgte unser Vorhaben, die Situation des ruhenden Verkehrs im Ort zu verbessern. Da es unser Ziel sein musste, auf dem Bellplatz die Voraussetzungen zum geordneten Parken zu schaffen, haben wir nach langen, teilweise sehr emotional durchgeführten Diskussionen, 64 Parkbuchten ausgewiesen. Nach einem Beobachtungszeitraum von 1 Jahr wird über die mit dieser Regelung gesammelten Erfahrungen im Gemeinderat beraten, um dann eine endgültige Entscheidung treffen zu können. Allen Beteiligten war aber klar, dass es mit der wilden Parkerei auf dem Bellplatz so nicht weitergehen konnte. Deshalb freue ich mich ganz besonders darüber, dass letztlich die Vernunft gesiegt hat und sich die Wogen mittlerweile geglättet haben.
Aus dem reichhaltigen Veranstaltungskalender möchte ich Ihnen über die, aus meiner Sicht, herausragenden Veranstaltungen berichten. Dabei denke ich zunächst an unser „Weintestival und Kunstfestival“. Bei diesem nunmehr schon zum 10. Mal durchgeführten Ereignis (immer am 2. Wochenende im April) präsentieren 15 Weinbaubetriebe, die Gastronomie und die Kunstschaffenden unseres Ortes ihre Produkte in einem einmaligen Ambiente. Zum Testival sind die teilnehmenden Betriebe geöffnet und bieten kostenlose Weinproben, kulinarische Köstlichkeiten sowie Kunstausstellungen an.
Die Auftaktveranstaltung dazu besteht immer aus einer festlichen, kulinarischen Weinprobe, die in diesem Jahr mit der Krönung unserer neuen Weinprinzessin, Juliane Krieger, durch die Pfälzische Weinprinzessin Patricia Kern, noch einen zusätzlichen Glanzpunkt erhielt.
Juliane I., Tochter von Rainer Krieger – meinem Amtsvorgänger – und Helga Krieger, versteht sich als Botschafterin des Weines und der Winzer von Rhodt. Nach eigenem Bekunden freut sie sich auf zwei interessante und erlebnisreiche Jahre.
Ich bin davon überzeugt, dass sie der scheidenden Weinprinzessin Marion I., Tochter von Ferdinand und Karin Krieger, in nichts nachstehen wird. Marion Krieger hat ihr Amt als Weinprinzessin mit Charme, Eleganz, Herzlichkeit und dem nötigen Fachwissen hervorragend wahrgenommen. Im Namen der Ortsgemeinde hab ich Ihr herzlich gedankt.
Erwähnenswert ist auch die unter dem Motto „Ein Lied für Rhodt“ stehende Benefizveranstaltung zu Gunsten der Kastanienallee. Hierbei handelte es sich um einen sehr gelungenen Sängerwettstreit, der in der Turnhalle ausgetragen wurde, mit speziell über unseren Ort und die Pfalz getexteten Liedern. Die Idee dazu hatte Hans Entzminger, der vielen von Ihnen auch als der „Singende Wirt“ der „Rietburg Weinstube“ in der oberen Theresienstraße bekannt sein dürfte. Durch den für mich unvergessenen Abend führten uns unser neuer Pfarrer Schwarz und die Geschäftsführerin des Verkehrsvereins, Heike Lang.
Insgesamt haben sich 11 Sangesgruppen an dem Wettbewerb beteiligt.
Alle Lieder waren voll des Lobes über Rhodt und die schöne Pfalz. Die Besucher, die am Ende auch als Juroren über die schönsten Lieder abzustimmen hatten, kürten in 2 Kategorien je 3 Siegertitel:
Kategorie Lied für Rhodt
Kategorie Lied für die Pfalz
Text und Melodie jeweils aus der gleichen Feder wie in der Kategorie Lied für Rhodt.
Eine CD mit den Siegertiteln sowie eine weitere CD mit dem Mitschnitt des Abends wurde aufgenommen und können über den Verkehrsverein bezogen werden.
Ebenfalls bietet der Verkehrsverein einen Buchtitel, „Rhodt unter Rietburg“, geschrieben von Walter Schreiber, ehemals Vorsitzender desselben Vereins, zum Kauf an. Seine Ortschronik von Rhodt unter Rietburg, mit dem beziehungsreichen Untertitel „Ein Traminerdorf mit PIFF von 772 - 2003“ ist ein Buch, das ich mit Interesse, ja manchmal sogar mit Vergnügen gelesen habe, weil es gut geschrieben ist und Seite für Seite Stoff zum Nachdenken bietet. Sehr interessant ist die Lektüre für die alteingesessenen Bürger unserer Gemeinde, weil hier einiges aus der Historie ihrer Familie niedergeschrieben ist und somit eventuell Vergessenes wieder lebendig wird. Damit – wie der Autor in seinem Vorwort schreibt – „die Vergangenheit nicht in Vergessenheit gerät“.
Für weitere Informationen und Angebote des Verkehrsvereins wie auch der Ortsgemeinde, möchte ich Sie auf unsere interessante Internetseite „www.rhodt.de“ verweisen. Die Verantwortlichen dieser Präsentation, berichten ausführlich über das aktuelle Dorfgeschehen und weiterer Aktivitäten im Jahresverlauf.
Im privaten Bereich hat das zurückliegende Jahr sowohl Höhen als auch Tiefen mit sich gebracht. Für den einen war es ein gutes, für den anderen ein schlechtes Jahr. Allein das eigene Schicksal ist dafür ausschlaggebend, aber manchmal auch die äußeren Lebensumstände sowie das familiäre oder berufliche Umfeld. Unsere besondere Anteilnahme gilt aber den Mitbürgern, die den Verlust eines Familienmitgliedes oder eines Menschen aus dem Freundeskreis zu beklagen haben.
Deshalb möchte ich Ihnen die seit dem letzten Heimatbrief für immer von uns gegangenen Mitbürger an dieser Stelle nennen:
Vorname |
Name |
Anschrift |
geboren |
gestorben |
Ute |
Sattel |
Weinstraße 12 |
16.07.1951 |
12.05.2005 |
Germaine Marie |
Schwaller |
Herrengasse 11 |
28.07.1911 |
11.07.2005 |
Anna Maria Magdalena |
Weimar |
Wiesenstraße 5 |
14.10.1912 |
07.08.2005 |
Hermann |
Rhein |
Portugieser Weg 7 |
07.04.1933 |
23.09.2005 |
Friederike |
Seitz |
Weinstraße 52 |
21.12.1915 |
01.12.2005 |
Johanna |
Burckhardt |
Weinstraße 66 |
22.09.1910 |
24.12.2005 |
Judith Hildegard |
Schraml |
Herrengasse 3 |
21.09.1925 |
21.02.2006 |
Ortwin |
Entzminger |
Weyherer Straße 15 |
25.08.1933 |
26.03.2006 |
Karolina |
Ruckteschler |
Theresienstraße 82 |
08.02.1925 |
04.05.2006 |
Die Verstorbenen haben auf unserem Friedhof Ihre letzte Ruhe gefunden.
Nun wünsche ich Ihnen von Herzen alles Gute, Gesundheit und Glück.
In der Hoffnung, Sie und Ihre Angehörigen, alsbald in Rhodt begrüßen zu können, grüße ich Sie aus Ihrem ehemaligen Heimatort Rhodt unter Rietburg ganz herzlich.
Ihre
Irmgard Gromöller